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Perlen

Auch Perlen werden zu den Edelsteinen gezählt, obwohl sie eigentlich keine Steine sind. Sie bestehen aus Perlmutt, einem Verbundmaterial aus Calciumcarbonat und organischem Material. Sie werden deshalb - ähnlich wie Bernstein und Korallen - als organische Edelsteine klassifiziert. Es sind Edelsteine, die von lebenden Organismen abstammen oder daraus hergestellt werden. Ihre Mohshärte beträgt 3,5–4

Perlenkette

Die Perle ist der Geburtsstein des Monats Juni (zusammen mit Alexandrit und Mondstein); als Jubiläumsstein wird ihr der 3. und der 30. Jahrestag zugeordnet. In der islamischen Symbolik wird die Perle mit Jungfräulichkeit verbunden, in Indien hingegen mit Kinderreichtum. In China ist sie das Symbol für Reichtum, Weisheit und Würde; in Japan verbindet man sie mit Glücklichsein.

Perlen sind von ausserordentlicher Schönheit und galten im Altertum als das teuerste, was man überhaupt für Geld kaufen konnte. Von Kleopatra ist überliefert, dass sie einige der schönsten Perlen besass, die überhaupt jemals gefunden worden sind und auch ihr Liebhaber Julius Cäsar war in Perlen vernarrt.

Man unterscheidet Naturperlen, Zuchtperlen und Kunstperlen:

Naturperlen sind nur solche Perlen, die ohne menschliche Hilfe in freier Natur entstanden sind. Streng genommen, dürfen nur Naturperlen als echte Perlen bezeichnet werden - ein Standard, der von vielen angezweifelt wird, denn auch Zuchtperlen sind eigentlich echt. Der Unterschied zu Naturperlen besteht lediglich darin, dass die Perlbildung in der Muschel bei der Naturperle ohne menschliches Zutun erfolgt, während bei Zuchtperlen der Mensch gezielt den Anstoss zur Perlenbildung gibt. Der Vorgang der Perlenbildung ist aber in beiden Fällen gleich.

Naturperlen kommen sowohl als Salzwasserperlen vor (meistens sog. Orient-Perlen, es gibt aber auch andere Naturperlen, z.B. Abalone-Perlen), als auch als Süsswasserperlen (Flussperlen). Die Bezeichnungen "Orientperle" und "Süßwasserperle" darf nur für echte Perlen verwendet werden.

Auch Zuchtperlen (in Österreich und der Schweiz auch: Kulturperlen) sind echte Naturprodukte, die nicht etwa im Labor, sondern in Zuchtfarmen, also in richtigen lebenden Muscheln und im Wasser entstehen. Trotzdem dürfen sie auf keinen Fall als Naturperlen bezeichnet werden, denn Naturperlen sind dem Marktstandard entsprechend eben nur Perlen, die natürlich und ohne menschliches Zutun gewachsen sind.

Die Fertigkeit, Muscheln künstlich zur Bildung von Perlen zu veranlassen, ist schon seit anderthalb Jahrtausenden bekannt; kommerziell wird das allerdings erst seit dem Jahre 1908 praktiziert.

Auch bei den Zuchtperlen wäre dann noch zu unterscheiden zwischen Salzwasser-Zuchtperlen und Süsswasser-Zuchtperlen.

Die bekanntesten Salzwasser-Zuchtperlen sind die Akoyaperlen. Akoyaperlen wachsen in den Salzwassermuscheln „Pinctada martensi“ und „Pinctada fucata“. In der Regel sind Akoyaperlen kleiner als Süsswasserperlen (etwa 2 - 6 mm Durchmesser, gelegentlich bis 9 mm), während Süsswasserperlen anderthalb mal so gross werden können.

Neben den Akoyaperlen spielen zwei weitere Arten von Salzwasserperlen eine grosse Rolle in der Schmuckherstellung, nämlich die Südseeperlen und die Tahitiperlen.

Südseeperlen können sehr gross werden, nämlich bis zu 20 mm. Sie werden in Australien, Indonesien und auf den Philippinen mit Hilfe der Muschel „Pinctada maxima“ gezüchtet.

Bleibt in unserer kleinen (und natürlich unvollständigen) Aufzählung noch die Tahitiperle, die in der Muschel Pinctada margaritifera wächst. Ihre Zucht ist sehr langwierig und wenig ergiebig; die Perlen sind aber auch besonders schön, da auf der Grundfarbe ein besonders farbenfroher Orient entsteht. Tahitiperlen werden fast so gross wie Südseeperlen.

Kunstperlen werden aus Perlmutt und einigen verwandten Stoffen künstlich hergestellt. Zu den Kunstperlen gehören z.b. die berühmten und qualitativ sehr guten Majoricaperlen (Mallorca-Perlen), als auch andere Muschelkernperlen. Muschelkernperlen sind keine echten Perlen, bestehen aber vollständig aus Perlmutt und ähnlichen Stoffen.

Sie werden in einem aufwendigen Verfahren hergestellt, bei dem ein winzig kleiner, gehärteter Kern durch vielfaches Eintauchen in eine Art Perlmutt-Brei zu einer grossen Perle entwickelt wird. Dabei wird durch Erhitzen jeder einzelnen Schicht eine hohe Festigkeit erreicht.

Das Ergebnis ist eine Perle, die sich nur noch schwer von einer echten Perlmuttperle unterscheiden lässt (s. weiter unter bei Echtheitsprüfung). Diese Perlen fühlen sich auf der Haut genauso an wie eine echte Perle und haben echten Perlen gegenüber einige praktische Vorteile, denn sie sind beständig gegenüber Schweiss, Make-up, Parfum, Hitze und Kälte - alles Behandlungen, die eine echte Perle ziemlich übel nimmt.

Perlenanhänger mit Barockperle

Als Barockperlen bezeichnet man Perlen, die nicht gleichmässig geformt sind. Der Begriff Barockperle sagt also nur etwas über die Qualität aus, nämlich dass die Perle von minderer Qualität ist. Es können sowohl Zuchtperlen, als auch Naturperlen sein.

Barockperlen sind oft länglich, können aber in Schmuckstücken eventuell durchaus Verwendung finden. Wir haben nebenstehend ein Schmuckstück mit einer eigentlich eher wenig wertvollen Barockperle abgebildet - mit einer makellos runden Perle würde dieser Schmuck überhaupt nicht wirken.

Während eine gut geformte Barockperle in der Hand eines ideenreichen Schmuckdesigners durchaus ihren Wert haben kann, sind Bouton-Perlen (auch Buton- und Buttonperlen) eigentlich zu nichts wirklich zu gebrauchen: Es sind Perlen, die sich im Laufe ihrer Entwicklung nicht richtig von der Muschelschale gelöst haben und deshalb häufig eine flache Seite aufweisen. Sie sind also ähnlich geformt, wie die Edelstein-Schliffform Cabochon. Da sie aber auch auf der halbrunden Seite meisten nicht ganz regelmässig geformt sind, kann man mit ihnen wirklich nur sehr eingeschränkt schönen Schmuck designen.

Die Echtheitsprüfung bei Perlen ist nicht ganz einfach, denn das Material von Naturperlen, Zuchtperlen und Muschelkernperlen ist im Prinzip identisch bzw. sehr ähnlich, so dass man nur eingeschränkt über das Gewicht gehen kann. Auch die Qualität ist nur ein unzuverlässiges Kriterium, da z.B. die berühmten Majorica-Perlen von der Insel Mallorca - reine Kunstperlen - von absolut makelloser Qualität sind.

Fachleute können es hören, ob eine Perle ein Naturprodukt ist: Echte Perlen und Zuchtperlen machen andere Geräusche, wenn man sie vorsichtig an einem Schneidezahn reibt. Dieser Zahntest wird gerne in Zweifel gezogen; der Verfasser hat damit bisher nur sehr gute und zuverlässige Erfahrungen gemacht, sofern es um die Unterscheidung zwischen Natur- und Zuchtperlen auf der einen und (guten) Imitationsperlen auf der anderen Seite geht.

Naturperlen und Zuchtperlen hingegen kann man praktisch nicht voneinander unterscheiden, ausser mit technisch sehr aufwendigen Verfahren (Röntgenfluoreszenzuntersuchung), denn sie bestehen aus dem gleichen Material und sind auf dieselbe Weise entstanden (s.o.)

Perlen werden heutzutage in riesigen Mengen gezüchtet; es ist ein wirklich grosses Geschäft. Aber nur höchstens jede 20. produzierte Perle ist eine hochwertige Perle, die in der Schmuckherstellung zur Verwendung kommen sollte.

Neben ihrer Schönheit haben Perlen den grossen Vorteil, dass sie ihren vollen Wert aus sich selbst schöpfen und nicht aus der Verarbeitung: Die Perle ist, wenn sie der Muschel entnommen worden ist, gleich tragefertig und wird praktisch nicht mehr weiter bearbeitet. Allerdings kann man sie gut und in allen Farben färben, falls einem die natürliche Farbpalette - sie reicht von Weiss über Gelb und Rosa bis zu dunklem Grau - nicht ausreicht. Ein Nachteil von Perlen ist ihre Empfindlichkeit: Sie vertragen weder Hitze, Laugen noch Säuren.

An der oben dargelegten Unterscheidung zwischen Akoya-, Süsswasser-, Südsee- und Tahitiperlen erkennen Sie sicherlich schon, dass die Herkunft einer Perle von grosser Bedeutung ist. Daneben sind Farbe, Lichtdurchlässigkeit, Orient, Lüster und Oberflächenreinheit neben Grösse und Symmetrie bei der Beurteilung einer Perle entscheidend.

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